Definition (Kurzdefinition)

Als Praxismarketing wird der Teil der Praxisführung bezeichnet, der durch

– Patientengewinnung,
– der Festigung von Stammpatientenanteilen und
– der Herausstellung von Praxisschwerpunkten

einer Optimierung wirtschaftlicher Grundlagen einer Arzt- oder Zahnarztpraxis dient.

Definition (Langversion)

Der Begriff „Praxismarketing“ gilt als Gattungsbegriff der Gesundheitsbranche. Er beschreibt in der Hauptsache die Patientenkommunikation von Arzt- und Zahnarztpraxen. Die Patientenkommunikation steuert interne wie externe Kommunikationsmaßnahmen und zielt darauf ab, Patienten an eine Praxis zu binden. Klassische Marketing-Instrumente wie Produkt, Preis, und Distribution spielen (noch) eine untergeordnete Rolle. Bei fortschreitender Entwicklung des Gesundheitsmarktes zu einem „Selbstzahlermarkt“ werden diese Instrumente an Bedeutung gewinnen.

Die Produktpolitik im Praxismarketing beschreibt das Behandlungsportfolio einer Arzt- oder Zahnarztpraxis. Sie legt u.a. fest,
– welche Praxisleistungen angeboten werden,
– ob Praxisschwerpunkte gebildet werden oder
– welcher Patientenservice offeriert wird.

In den Beschreibungen des Behandlungsportfolios werden Behandlungsqualitäten definiert, die als Unterscheidungsmerkmale in der Patientenkommunikation wirken. Anspruchsvolle Konzepte des Praxismarketings leisten die Herausstellung von Patientennutzen gegenüber einfachen Konzepten, die sich auf die Darstellung eines Markmalkatalogs einer Praxis beschränken.

Die Preispolitik im Praxismarketing beschäftigt sich insbesondere mit der Frage, welche Preise Patienten für Selbstzahlerleistungen bereit sind zu zahlen.

Eine weitere Einflussgröße im Praxismarketing stellt die Personalpolitik dar. Fachliche Qualifikationen und charakterliche Eignung (Freundlichkeit, Fürsorge und Engagement, …) werden gerne als Qualitätsmerkmale einer Arzt- oder Zahnarztpraxis kommuniziert.

Disziplinen und Einflussfaktoren im Praxismarketing
Grafik: Auszüge der Einflussfaktoren

Patientenveranstaltungen

Patientenveranstaltungen sind gezielte Ereignisse in Form von Veranstaltungen und Aktionen, die Bestandspatienten und potentielle Patientengruppen Praxiswerte erlebnisorientiert vermitteln sollen.

Dazu gehören u.a.

– „Tag der offenen Tür“
– Gesundheitsmessen
– Fachvorträge mit Rahmenprogramm
– Praxisjubiläen oder
Public Health Events

Beschränkungen

Praxismarketing unterliegt verschiedenen Beschränkungen,  u.a.

– denen des ärztlichen Werberechts,
– der Musterberufsordnung für Ärzte und
– dem Heilmittelwerbegesetz.

Es gilt für Agenturen und Marketer, innerhalb verbindlicher Grundlagen eine rechtlich angemessene, prägnante Praxispositionierung zu etablieren. Ziel der Positionierung ist die Praxismarke mit klaren Unterscheidungsmerkmalen gegenüber Mitbewerbern.

Praxisinhaber sind historisch verunsichert über Möglichkeiten und Grenzen des Praxismarketings. Diese Verunsicherung führt zu einer prominenten Google-Suchwortkombination: „Praxismarketing was ist erlaubt“.